Montag, 13. Dezember 2021

Hitzewelle?

 Heute haben wir knapp ÜBER 0 Grad! Eine Hitzewelle? Auf jeden Fall sind für morgen noch höhere Temperaturen und "Sonne" angesagt, d.h. kein Regen. Das werde ich für einen Ausflug nach Harstad nutzen und für die nächsten Wochen einkaufen.

Angeblich wurden vor einigen Tagen Orkas im Fjord gesichtet! Natürlich halte ich da alle Augen offen und mache auch Spaziergänge am Fjord entlang. Aber bislang hat sich noch keiner gezeigt. Vermutlich sind sie ja auch schon wieder draußen.



Mittwoch, 8. Dezember 2021

Eis-Impressionen

Es ist spannend, zu beobachten, wie Schnee und Eis langsam weniger werden, obwohl es natürlich nicht taut! Das Wasser verdunstet quasi direkt aus dem Festzustand. Ich beobachte einen Seeadler, wie er über den Fjord streicht und eine Thermik sucht, um aufzusteigen.

Wir haben eine Schnee- und Eislandschaft. Mit Eisschollen, Eiszapfen und Eisquellen. Ich bin lange draußen bzw. in der Werkstatt - zum Aufwärmen gibt es dann ein Bad bei 44 Grad Wasser- und -13 Grad Luft-Temperatur!


Dienstag, 7. Dezember 2021

Saukalt

Was "fließend Wasser" angeht, habe ich für's Erste aufgegeben. Die Pumpe scheint tiefgefroren oder kaputt zu sein. Also werde ich bis auf Weiteres mit Kanistern weiter agieren. Zum Arbeiten und Brunnen anschließen ist es viel zu kalt - sogar die Evenes-Bucht beginnt jetzt, einzufrieren! Das habe ich noch nicht gesehen! Soviel zur "globalen Erwärmung" - oder haben wir nur eine Zwischen-Eiszeit?

Mein Anhängerchen hat heute neue Reifen bekommen. Nicht, weil es notwendig gewesen wäre, aber die Verkehrskontrolle hatte ja festgestellt, dass zumindest ein Reifen an der Grenze der Winter-Profiltiefe liegt. Also bin ich mal spendabel. Der Reifenhändler meines Vertrauens, Raymond, grinst: die Reifen sind so alt und steif, die lassen sich kaum von der Felge bewegen. Anscheinend sind sie auch auf der Innenseite schon spröde, darum sind auch Schläuche montiert. Wir amüsieren uns über das Alter der Reifen...Raymond sucht das Herstelldatum und wird mit "1987" fündig. Wow! Na, wenn die neuen, schlauchlosen Reifen ebenso lange halten, dann können sich meine Erben damit rumschlagen.

Montag, 6. Dezember 2021

Polarnacht

Die letzten Tage bin ich sehr verschwenderisch mit meinem Wasser umgegangen - ich habe ja jetzt einen eigenen Brunnen! Den Badestamp habe ich befüllt und das Wasserfass unter dem Haus. Ich habe Suppe gekocht und ordentlich gespült. Als ob das Wasser kein Ende nehmen würde.

Am Morgen kommt dann das böse Erwachen. Kein Wasser kommt aus dem Hahn! Aber - das kenne ich doch schon? Die Pumpe wird eingefroren sein. Tatsächlich. Na ja, mein kleiner Heizstrahler in der Werkstatt kann da sicher Abhilfe schaffen. Während er seinen Dienst tut, höre ich Wasser tropfen. Wo das wohl herkommt? Oh je - nach wie vor bildet sich unterm Haus ein dicker Eispanzer aus Oberflächenwasser. Nur hat sich dieser Eiswall bisher auf dem Geröll des Hanges gebildet und nun nutzt er meine sorgsam gebauten Regale! Das darauf liegende Material wird tief- und eingefroren, unter den Dielen bilden sich Eiszapfen. Wir haben nun schon tagelang um die -10 Grad.

Zu allem Überfluss ist meine Quelle versiegt...wie das? Die hat doch jetzt fast eine Woche lang fröhlich vor sich hin geplätschert? Ist das Wasser ausgegangen oder "nur" eingefroren? Das kann ich wohl leider erst feststellen, wenn es wieder wärmer wird. Auf jeden Fall, gibt's jetzt gerade kein Wasser mehr.

Immerhin hat der Heizstrahler dafür gesorgt, dass nun aus den Wasserhähnen wieder Wasser kommt, wenn auch nur in sparsamem Rinnsal. Allerdings hält das Glück nicht lange vor - nach einiger Zeit liege ich wieder auf dem Trockenen. Ich hab immer was zu tun... So stelle ich mir ein ursprüngliches Leben vor. Den ganzen Tag kümmert man sich ausschließlich um sein (über)leben. Asche entsorgen, Holz holen, Holz machen, Wasser besorgen, heizen, Essen zubereiten. Und schon ist der Tag (fast) um.

Für einen Spaziergang ist schon noch Zeit, auch wenn das Licht schon wieder abnimmt. Seit heute haben wir schließlich Polarnacht, d.h. die Sonne geht gar nicht mehr auf. Sie zaubert allerdings einen rotgoldenen Rand über die Bergketten am gegenüberliegenden Ufer. Es ist weiterhin trocken und saukalt. Die festgefahrene und tief gefrorene Schneedecke klirrt ganz hell unter meinen gespickten Sohlen. Da kein Lüftchen bläst, genügt trotz der Kälte ein warmer Pullover mit guten Handschuhen. Wieder zu Hause schüre ich jedoch ganz schnell ein schönes Feuerchen ein!

Ab 15 Uhr ist es stockdunkel.  Da mag man nicht wirklich noch etwas unternehmen. Ich muss aber heute unbedingt zum Installateur und ein paar Anschlüsse holen, damit ich meine Wasserleitung auch irgendwann mal anschließen kann. Mir graut etwas davor, bei dieser Kälte in der Nacht nach Liland fahren zu müssen. Aber, was hilft's?



Freitag, 3. Dezember 2021

Susanne im Bade!

 Eeeendlich kann ich wieder meinen Badestamp genießen! Seit 4. September liege ich sozusagen auf dem Trockenen, weil die Haltungen des Ofens abgerostet waren. Mittlerweile sind sie repariert, der Ofen ist wieder da, gegen Rost verstärkt gesichert und montiert. Gestern hab ich mein eigenes Quellwasser eingelassen, das über Nacht eine bereits cm-dicke Eisschicht gebildet hat. Um die Mittagszeit beginne ich bereits, volle Kanne zu schüren! Gegen 17 Uhr fühlt sich das Wasser warm an - 38 Grad sind eigentlich optimal. Da ich einige Stunden draußen war, bin ich ordentlich durchgefroren...mal schauen, wie lange ich zum Auftauen brauche. Aaaaah, ist das eine Wohltat! Etwas Holz liegt noch im Ofen und heizt weiter, so dass die Temperatur während meines Bades langsam auf 40 Grad ansteigt. Perfekt! 

Sternklare Nacht und ein klein wenig Polarlicht - obendrauf noch eine lange Sternschnuppe! Das Meer rauscht im Wind. Ich habe alles, was ich brauche!

Donnerstag, 2. Dezember 2021

Wasserspiele

Heute ist es mindestens 10 Grad wärmer! Wir liegen zwar (noch) nicht im Plus-Bereich, aber es ist deutlich angenehmer draußen.

Meine Idee, wie ich den Badestamp füllen kann, funktioniert! Ich sammle das Quellwasser in einem Speiskübel und platziere darin die Tauchpumpe, die ich üblicherweise zum umwälzen im Badestamp benutze. Daran schließe ich einen Gartenschlauch an und schon habe ich Druck genug, um meinen Zuber zu füllen. Allerdings muss ich vorher den ganzen Schnee darin schmelzen bzw. wegspülen und auch das ganze Herbstlaub und weiteren Schmutz entfernen. Endlich kann es laufen - langsam steigt der Wasserspiegel.

Während draußen die Wasserspiele voran gehen, versuche ich mich drinnen (in der Werkstatt) an der Verlegung der Wasser- und Stromleitung zum Brunnen. Beides muss unter dem fertigen Fußboden durchgeschoben werden. Nicht einfach, da der Untergrund ja nicht eben ist. Das Wasserrohr ist ein ziemlich steifes Plastikrohr mit 32 mm Durchmesser, das von der Aufbewahrung noch gebogen ist. Es sucht sich also seinen eigenen Weg, der leider immer wieder an Hindernissen endet. Ich muss an einigen Stellen den Fußboden öffnen, um das Rohr dorthin zu bekommen, wo ich es haben will.
Mit dem Stromkabel ist es noch schwieriger, weil ich das ja nicht schieben kann. Da muss ich noch ein wenig nachdenken.

Mittwoch, 1. Dezember 2021

Nachbereitung

Heut möchte ich mich bei Tageslicht um die weiteren Dinge kümmern. Ich muss ein langes Heizkabel und ein Erdkabel besorgen, auch die Anschlüsse für das Wasserrohr passen noch nicht. Meine Internetrecherchen stellen mich nicht zufrieden, also geh ich erst mal vor die Tür und besichtige das gestrige Werk. Die Quelle sprudelt gemütlich vor sich hin, aber vom weißen Schnee ist großflächig nichts mehr zu sehen. Alles verstaubt! Rund um den Brunnen erstreckt sich eine dicke Eisfläche, allerdings kleiner als ich befürchtet hatte.

Der "Unfall" hat meinen Eingangsbereich getroffen. Mit einem groben Besen kann ich einiges an Staub und Schlamm entfernen aber auf dem roten Grund der Hütte verschmiert sich nur alles. Auch sind teilweise dicke Krusten vorhanden, wie Zement. Das geht nichtmal mit einem Spachtel ab! Die große Hausreinigung muss also noch bis zum Sommer warten.

Der ganze bei der Bohrung angefallene Staub verteilt sich nun als Wurm über den Berg, dummerweise auch zum Teil auf Nachbars Grundstück, der sicher nicht "amused" sein wird. Da ich ja ohnehin diesen Hang mit Erde bedecken wollte, verziehe ich den ganzen Abraum und bilde daraus 2 Terrassen. Ich bin gespannt, was sich ergibt, wenn es taut. Ich hoffe dass der Staub fruchtbaren Boden bietet und sich nicht mit Wasser zu einer betonartigen Masse verbindet. Das wird aber erst das Frühjahr zeigen.

Da gestern tatsächlich mein Wasservorrat zur Neige gegangen ist, werden ich vorerst nur mal das Fass wieder auffüllen. Jetzt natürlich mit meinem eigenen Wasser und nicht aus 4 km Entfernung.

Für den Hausanschluss muss ich noch einiges tun und beschaffen, das wird nicht so schnell klappen. Also wird die Stufe 2a der Wasserversorgung weiterhin aus dem Regenfass aber mit dem eigenen Wasser funktionieren. Dann muss ich auch nicht mehr so sparsam sein.

Und der Badestamp? Tja, leider reicht der Druck nicht aus, um Wasser bis in den Zuber bu bekommen. Da werde ich mir noch was einfallen lassen müssen - ich hab schon so eine Idee. Später...

Um 14 Uhr sitze ich wieder im Warmen, neben mir die mit dem ersten eigenen Quellwasser gefüllte Wasserflasche, hinter mir ein Feuerchen im Kamin, der Wasservorrat wieder aufgefüllt und über den Bergen auf der anderen Fjordseite wandert die Tag-Nacht-Grenze gen Westen.